Rechtsanwalt und Avvocato Stefan Heiermann - Mangel

Mangel

In der Rechtswissenschaft unterscheidet man grundsätzlich zwei Arten von Mängeln:
den Sachmangel (§ 434 BGB) und den Rechtsmangel (§ 435 BGB).

Der Mangel wird definiert als Abweichung der tatsächlichen – also der Ist-Beschaffenheit von der vertraglich geschuldeten – also der Soll-Beschaffenheit.

Der Mangelbegriff ist weitumfassend. Bis Ende 2001 stellte das Gesetz auf das Vorliegen eines oder mehrerer Fehler(s) und das Fehlen von zugesicherten Eigenschaften ab. Mit dem Schuldrechtsmodernisierungsgesetz, das zum 1. Januar 2002 in Kraft getretenen ist, hat der Gesetzgeber den Begriff des Sachmangels neu definiert und den Regelungen anderer EU-Länder angepasst. Die Haftung für Sach- und Rechtsmängel wurde im Hinblick auf die Rechtsfolgen grundsätzlich gleichgestellt, wodurch die Umsetzung verschiedener Richtlinien der Europäischen Union zur Harmonisierung der rechtlichen Verhältnisse in den Mitgliedsstaaten erfolgte.