Rechtsanwalt

Der Rechtsanwalt ist ein unabhängiges Organ der Rechtspflege und übt einen freien Beruf – kein Gewerbe – aus (§§ 1, 2 der Bundesrechtsanwaltsordnung – BRAO). Als Rechtsanwalt wird von den jeweiligen Rechtsanwaltskammern nur zugelassen, wer die Befähigung zum Richteramt erlangt hat. Der Rechtsanwalt ist freizügig und an allen Gerichten (Ausnahme: Bundesgerichtshof, hier ist der Wirkungskreis begrenzt oder speziell zugelassenen Rechtsanwälten vorbehalten) vertretungsbefugt, muss aber bei einem bestimmten Gericht zugelassen sein und eine Kanzlei einrichten oder in einer Kanzlei angestellt sein.
Zum 1. Juni 2007 ist das Gesetz zur Stärkung der Selbstverwaltung der Rechtsanwaltschaft in Kraft getreten. Mit dem neuen Gesetz wurde eine zum Teil weit reichende Novellierung der Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) durchgeführt:
Aufgaben und Befugnisse der Landesjustizverwaltungen im Zusammenhang mit der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft, ihrer Rücknahme und ihrem Widerruf, sind auf die Rechtsanwaltskammern übertragen worden; einschließlich der Vereidigung.
 
Weiter ist das so bezeichnete Lokalisationsprinzip weggefallen, so dass Anwälte nunmehr Zweigstellen errichten können. Auch die bislang geltende fünfjährige Wartefrist für eine OLG-Zulassung (also eine Zulassung zum Oberlandesgericht) ist weggefallen; Anwälte können nun ab dem ersten Tag der Zulassung vor den Oberlandesgerichten auftreten.