Strafrecht

Das Strafrecht umfasst die Gesamtheit der Rechtsnormen, die Inhalte und Umfang der staatlichen Strafbefugnis bestimmen. Es gehört zum öffentlichen Recht, da es die Rechtsbeziehungen zwischen dem Staat und den seiner Hoheitsgewalt unterstellten Einzelpersonen regelt.
Man unterscheidet zwischen dem materiellen und dem formellen Strafrecht, wobei das erstere das Strafrecht im eigentlichen Sinne ist. Es bezeichnet die Voraussetzungen der Strafbarkeit und deren Rechtsfolgen, indem es die für alle Straftaten geltenden Grundsätze und die Merkmale der einzelnen Straftaten sowie die sich hieran anknüpfenden Strafdrohungen festlegt. Ein Beispiel aus dem Strafgesetzbuch (StGB):

§ 242 StGB - Diebstahl

(1) Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.

Das formelle Strafrecht, das so genannte Strafprozessrecht, enthält die Normen über den Ablauf des Strafverfahrens, in dem das materielle Strafrecht im Einzelfall angewendet wird. Es ist in der Strafprozessordnung geregelt (StPO).

Das geltende Strafrecht knüpft die Strafbarkeit an eine konkrete Handlung, nicht an eine kriminelle Persönlichkeitsstruktur und ist damit Tat- und nicht Täterstrafrecht.